Der Hochgeschwindigkeitszug Velaro - Welt

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Der Hochgeschwindigkeitszug Velaro

posted: Oct 07 2008 at 9:17 PM
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Seit 20. Februar verbindet der spanische hochgeschwindigkeitszug AVE die Städte Madrid und Barcelona im Stundentakt. Er legt die 630 Kilometer lange Strecke in neuer Rekordzeit zurück - in nur zwei Stunden und 38 Minuten.

Herkömmliche Züge benötigen für die Strecke über sechs Stunden. Das Flugzeug braucht immerhin 70 Minuten reine Flugzeit - ohne Check-in und Sicherheitskontrolle. Entwickelt und gebaut werden die Züge des Typs Velaro E der Mobility Division in Erlangen und Krefeld. Über 450 Mitarbeiter sind an dem Projekt beteiligt.

404 Stundenkilometer

Spanien arbeitet mit Hochdruck an dem Ausbau seines Hochgeschwindigkeitsnetzes und will bis 2010 das größte in Europa haben. Seit 2001 hat Siemens Aufträge für Züge im Wert von über 1,1 Milliarden Euro aus Spanien erhalten. Bei Testfahrten in Spanien erreichte der Velaro Spitzenwerte von 404 Stundenkilometern. Damit ist er der schnellste Serien-Hochgeschwindigkeitszug der Welt. „Bei der Premierenfahrt waren wir acht Minuten schneller, als der Fahrplan verlangt", freut sich Jürgen Model, Projektleiter bei der Mobility Division.

Technologisch basiert der Velaro auf Weiterentwicklungen des erfolgreichen Triebzugkonzepts ICE 3 für die Deutsche Bahn AG. Bei einem Triebzug sind die Antriebskomponenten und Technikmodule unterflur über den gesamten Zug verteilt angeordnet und nicht wie beim Push-Pull Konzept allein in zwei Lokomotiven jeweils nur vorn und am Ende des Zuges. Bei gleicher Zuglänge bedeutet das etwa 20 Prozent mehr Raum für Sitzplätze. Darüber hinaus ermöglicht dieses Antriebskonzept das Befahren von steileren Streckenabschnitten mit einer Steigung bis zu 4 Prozent.
Der Zug vom Typ Velaro verkauft sich außerordentlich gut: Bestellt hat auch die Russische Eisenbahn sowie die Chinesische Bahn. Die ersten Züge des Velaro für China werden zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking den Betrieb aufnehmen. In Russland wird der Velaro Ende 2009 zwischen Moskau und Sankt Petersburg unterwegs sein. Der ICE 3, die Vorgängerversion, fährt bereits seit der Expo im Jahr 2000 auf deutschen Schienen und auch erfolgreich in den Niederlanden sowie in Frankreich. Damit sind insgesamt weltweit mehr als 160 Hochgeschwindigkeits-triebzüge bei Siemens geordert worden.

Weniger Kohlendioxid-Ausstoß
Schnelle Züge sparen Zeit, Energie und Kohlendioxid: Der für den Klimawandel mitverantwortliche Kohlendioxid-Ausstoß liegt je Passagier bei Hochgeschwindigkeitszügen etwa um zwei Drittel niedriger als bei Flugzeugen. Umweltfreundlich ist beim Velaro außerdem die Verwendung des Kühlmittels Ester anstelle von Mineralöl beim Haupttransformator, da Ester biologisch abbaubar ist und deswegen im Falle eines Lecks keine Gefahr für das Grundwasser besteht.

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